Die Krönleinnatter ist unser Schulmaskottchen

Die Geschichte von der Krönleinnatter

Man erzählt sich in Lechhausen die Geschichte der Krönleinnatter.

Vor langer Zeit, als am Lech noch viel, viel mehr Birkenbäume 
standen als heute und am Ufer Büsche, Gräser und andere Pflanzen
wild und ganz dicht wuchsen, lebten dort mehr Tiere als heute.Da
kannst du dir vorstellen, das es am Ufer des Lechs im Birkenwald
(man sagt auch in der Birkenau) sehr spannend und aufregend für die
Kinder war, die damals hier lebten.

Sie gingen oft in den Birkenwald, um dort zu spielen: Fangen,
verstecken, klettern, Baumhäuser bauen, Schätze suchen,Räuber
jagen und viele andere Spiele.

Als wieder einmal einige Kinder im Birkenwald beim Spielen waren,
rief plötzlich ein Mädchen:

„Da hinten zwischen den Bäumen ist eine Schlange!“

Die anderen Kinder hörten sofort auf zu toben und zu rufen und
versuchten die Schlange zwischen den Bäumen zu entdecken.
Doch sie war so gut getarnt mit ihren grünen Schuppen, dass man
sie zwischen all den grünen Birkenblättern kaum erkennen konnte. Da
rief ein Junge:

„Schaut dort drüben, seht ihr sie nicht? Sie hat etwas auf ihrem Kopf.
Es sieht aus wie eine Krone.“

Doch die anderen konnten die Schlange nicht so schnell entdecken
und auch der Junge sah sie schon im nächsten Augenblick nicht mehr.
Sie war im dichten Gebüsch zwischen den Birken verschwunden. Wie
sehr die Kinder auch suchten, sie zerkratzten sich nur die Arme und
Beine an den Dornenranken. Die Schlange fanden sie aber nicht mehr.

Oft kamen die Kinder nun an diese Stelle, um die besonders schöne 
Schlange mit der Krone, die Krönleinnatter, zu sehen.

Und wirklich, wenn dei Kinder ganz leise und still waren und ganz
genau zwischen den Birken schauten, dann sahen sie manchmal für
einen kurzen Moment eine wunderschöne, glänzende Schlange mit
dem Krönlein auf dem Kopf.

Einmal verirrte sich ein Kind auf der Suche nach der Schlange ganz
allein im dichten Birkenwald. Als es endlich einen Weg aus den
Bäumen gefunden hatte, stand es am Ufer des Lechs, dort, wo es
ganz viele Lechkieselsteine gibt. Da sah es in der Sonne auf den
Steinen die wunderschöne Krönleinnatter. Starr vor Schreck blieb das
Kind reglos stehen und schaute die Schlange an. Sie war ganz in
seiner Nähe und sah das Kind aus ihren geheimnisvollen Augen an.
Das Krönlein der Schlange glitzerte in den Sonnenstrahlen.

Das Kind dachte bei sich: „Diese Schlange ist eine ganz besondere
Schlange. Sie hat bestimmt Zauberkräfte !“

Und so wünschte sich das Kind etwas. Leise wünschte es sich, dass
seine kleine Schwester wieder gesund werden sollte, denn sie war
krank und hatte Fieber.

Die Schlange bewegte sich ganz langsam zwischen den Steinen. Es sah
aus, als würde sie dem Kind zunicken. Dann verschwand sie ganz
schnell im Birkenwald.

Das Kind fand den Weg nach Hause und kam glücklich bei seinen
Eltern und der Schwester an. Es erzählte seine Erlebnisse und alle
hörten ungläubig zu. Doch seiner kleinen Schwester ging es schon
am nächsten Tag besser.

Wer weiß, vielleicht hat die Krönleinnatter geholfen ?

Jedenfalls behaupteten die Kinder noch oft, dass sie im Birkenwald
die Krönleinnatter gesehen hätten, wenn sie leise und still waren.
Dann haben sie sich etwas gewünscht und meist ging es in Erfüllung.

So erzählt man sich noch heute.Wer weiß, vielleicht siehst auch
du die geheimnisvolle Krönleinnatter, wenn du am Lech spazieren
gehst.